Palma de Mallorca – Eine Stadt wie ein Kunstwerk

Palma de Mallorca – Eine Stadt wie ein Kunstwerk

Wer seinen Urlaub auf Mallorca verbringt, sollte mindestens für einen Tag einen Trip in die Hauptstadt der größten Baleareninsel wagen. Ein Ausflug der sich auf jeden Fall lohnt. Allein nur die Architektur der Altstadt von Palma de Mallorca besticht das Auge durch ihre stilistische Mischung aus spanisch-katalanischen und arabischen Einflüssen.

Architektur Mallorca

Schon vom Hafen aus, entlang der Uferpromenade zwischen vom Wind quietschenden Palmen, offenbart sich unübersehbar die Hauptsehenswürdigkeit von Palma, die Kathedrale La Seu, die mit ihren schlanken Stützpfeilern dem Himmel entgegen strebt. Sie ist einer der größten Europas und prägt der Stadt einen Stempel auf, der sich immer wieder bestätigt, je tiefer man in die immer neuen Windungen des Kokons aus Wohnhäusern, herrschaftlichen Bauten und stimmungsvollen Plätzen eindringt. Einen Stempel der Ästhetik heißt. Bildhauerische Ästhetik auch findet sich gleich neben der Kathedrale, wo das Museum Palau March liegt. Unter deren Arkaden und im Hof stehen Skulpturen von künstlerischen Größen wie Henry Moore oder Auguste Rodin.

Haus auf Mallorca

Auf dem Trip durch die Innenstadt findet der Besucher zahlreiche enge Gassen vor, die nur über Treppen verbunden sind -und dadurch angenehm für den Fußgänger an vielen Stellen autofrei-. Die Gassen sind gerne umrahmt von Fassaden, die einem mancherorts einfach nur den Atem anhalten lassen. Erstaunt  bleibt man stehen, der Blick verweilt lange, bis schließlich die Fotokamera gezückt wird. Doch die Stadt ist organisch. Es geht auch durch enge, düstere Schluchten, weil vorspringende Dachsimse nur ein schmales Stück Himmel ausschneiden und verschlossene Fensterläden das Leben dahinter nur erahnen lassen, was dem Besucher auf seinen Marsch zwischen diesen Mauern vergangener Jahrhunderte einen Hauch geheimnisvoller  abendländischer und maurischer Spannung schmecken lässt. Inmitten dieser gotischen Strenge öffnen sich dann plötzlich wieder lichte Plätze, gesäumt mit Bäumen und exotischen Blüten. Hierbei dringend empfohlen der Passeig del Born, die berühmte Flaniermeile Palmas. An heißen Tagen kann man hier eine Pause von der Tour durch die Stadt genießen. Es bietet sich an, auf einer der Bänke in der Mitte des Passeig del Born zu sitzen und das Treiben zu beobachten. Riesige Platanen spenden Schatten und die Menschen, die entweder einkaufen wollen oder auf ihrem Weg in die Stadt vorbeikommen, kommen aus allen Ländern. Die schicken Mallorquiner stechen klar hervor. Ein schöner Ort voller Trouble und gleichzeitiger Ruhe.

Kirche Mallorca

Sollte man in den heißen Sommermonaten in Palma de Mallorca unterwegs sein, wo die Temperaturen nicht selten über 35° liegen, kann man den Anstrengungen der Hitze auch in den gekühlten Räumen des Es Baluard entgehen. Hier zwischen alten Festungsmauern  verbirgt sich das städtische Museum für zeitgenössische Kunst. Eine Andeutung findet sich schon davor auf der Placa Porta Santa Carolina. Eine minimale Nachbildung einer Kirche, auf den Kopf stehend, nur balancierend auf der Spitze des Kirchturms. Ein Kunstwerk des Amerikaners Dennis Oppenheimer.

Baum Mallorca

Nach dem Besuch im Es Baluard bietet es sich an, den daneben liegenden Parc de la Feixina zu durchqueren, eine schmale in Kaskaden angeordnete Grünmeile, bewohnt von Spielgeräten für die Kinder und weiteren interessanten Ausdrücken bildhauerischer Experimente. Auf dem Weg dadurch schenkt das Wasser des Springbrunnens Erfrischung, um dann in das alte Fischerviertel Santa Catalina einzutauchen. Hier zwischen den pittoresken ein- und zweistöckigen Häusern geht es beschaulicher zu als in dem gerne von Touristen hochfrequentierten Zentrum von Palma. Es ist das neue Hip-Viertel der inzwischen doch sehr kosmopolitischen Stadt, was sich gerade hier in Santa Catalina zeigt. Neben bunten Accessoire-Läden und traditionellen spanischen Bars findet man viele Lokale, die Speisen aus aller Herren Ländern anbieten. Modern vegan, indisch, japanische Sushi, deutsche Küche, usw.. Für jedes Herz ist etwas dabei.

Steg Mallorca

Ist das Mahl beendet kommt man von hier sehr bequem mit dem Bus zu der Stiftung Pilar i Joan de Miro, wo das Atelier des gleichnamigen Künstlers zu besichtigen ist, der lange auf Mallorca wirkte. Seine naive Kunst lässt vielleicht den einen oder anderen Betrachter an seine eigene unbesorgte Kindheit erinnern.

Anwesen Mallorca

Von dem Atelier Richtung Norden gelangt man durch einen Park zum Castell del Bellver. Von dessen Zinnen offenbart sich ein herrlicher Blick über die Bucht von Palma.

Es gibt noch eine Menge Sehenswürdigkeiten in Palma de Mallorca, die zu beschreiben wären, doch sie selber zu entdecken noch mehr lohnt und ein echtes Abenteuer sein kann.

Schon König Jaume I. notierte im Jahre 1229, „dass die Stadt…wohl die schönste war, die wir jemals gesehen haben.“

Und wahrlich, sie ist eine wahre Perle, in die man sich verlieben kann und süchtig macht, diese Geliebte doch bald wieder aufzusuchen.

 

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1 Comment

  1. Stephan Wiese
    Stephan Wiese08-19-2017

    Hey Raimund, ich entdecke dich immer wieder neu mit deiner Kunst verlockend zu schreiben. Ganz großartig und danke für das Teilen.

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